Die neuen Riesen-Wandgemälde Prof. Lobissers im Landhaus-Sitzungssaal.
Ein Prachtschmuck der Gauhauptstadt (1)

1. Ein Vorwort (2)
Wenn ich als aktiver Nationalsozialist aus der Kampfzeit der Ostmark Vorworte zu einem Buch über den Künstler aus meiner alten Kärntner Heimat, Suitbert Lobisser, schreiben soll, so kann ich nicht eine fachliche Beurteilung seines künstlerischen Wirkens abgeben, sondern vermag nur zu sagen, wie das Werk und die Person Lobisseres auf die gesunde nationalsozialistische Bevölkerung Kärntens und der Ostmark gewirkt haben und andauernd wirken.
Und war sein Werk in der Zeit des Kampfes der künstlerische Ausdruck eines Bekenntnisses zu Adolf Hitler. In seinem Holzschnitt vom Papst, Kaiser und Bauern sehen wir doch alles das ausgedrückt, was die Idee von Blut und Boden in sich schließt. Seine vielen mütterlichen Gestalten, die Kinder, die Jäger, der Wald und die vielen Tiere im Walde, alles das sind für uns Verkörperungen des deutschen Menschen, der deutschen Heimat. In der Zeit übelster Entartung ist Lobisser sich und seiner deutschen Art treu geblieben. Ich kenne keinen zweiten Künstler, der so urgesund ist wie Lobisser. Ein Meister des Handwerks und durch die Beherrschung der Materie befähigt, die kühnsten Regungen seines Künstlertums zu gestalten, verkörpert Lobisser die Idealgestalt des deutschen Künstlers, wie sich der Führer ihn wünschte. Daß er darüber hinaus auch persönlich während der Kampfzeit sich stets zu uns bekannte und mit uns für den Führer tätig war, macht ihn zu unserem Kampfgefährten und Kameraden, zum nationalsozialistischen Künstler des Landes Kärnten.
Rainer
Gauleiter Salzburg, am Jahrestage der Kärntner Volksabstimmung (10. Oktober 1939)

2. Das Werk (3)
Die Gauhauptstadt Klagenfurt besitzt ein neues Monumental-Kunstwerk aus der genialen Hand unseres volkstümlichsten und allgemein anerkannten Meisters Prof. Switbert Lobisser. Der Landtagssitzungssaal, dessen Wände die Fresken Lobissers schmücken, ist zum Prunkstück echt deutscher Malkunst in Kärnten geworden.
Es handelt sich hier um die Darstellung der zwei für Kärntens Geschichte bedeutensten Abschnitte: den von 1919 bis 1920 und den von 1938.

In dem Fresko auf der Nordwand sollte unser Meister im Jahre 1928 den Abwehrkampf und die Volksabstimmung behandeln. Durch das friesartige Format war er gezwungen, die Komposition in drei Abschnitte zu gliedern. Mitte: Geängstigt und in schwere Sorge drängt sich das Kärntner Volk zusammen. Hunger und Not herrschen im Lande – den Menschen steht es in die Gesichter geschrieben – und der leere Korb einer abgehärmten Bauersfrau zum Abwehrkampf. Rechts der Aufruf zur Abstimmung. Ein Mädchen, das den zum Kampf ziehenden Studenten eine Blume reicht, und der windische Bauer, der sich mit dem deutschen versöhnt, bilden die Übergangsfiguren von der Mittelgruppe nach den Vorgängen auf den Seiten.

In tausend Einzelheiten und im harmonischen Zusammenklang übermittelt dieses in schwungvoller aquarellistischer Malerei auf frischem Mörtel geschaffene Fresko der Nachwelt, wie ein großer Künstler Kärntens Not und Befreiung erlebte.

Stunde der Befreiung
Der altreichsdeutsche und der österreichische Soldat reichen sich die Hände. Hinter dem deutschen Soldaten folgt ein SA-Mann mit fliegender Hakenkreuzfahne, und dann kommen die Frauen und Männer aus dem Altreich, um ihre Brüder und Schwestern, die sie jubelnd und mit Blumen begrüßen, aufzunehmen. Im Hintergrund liegt die Stadt Klagenfurt im Flaggenschmuck. Die Landschaft, die sich mit dem jeweiligen Bild symbolisch ergänzt, mußte der Optik wegen hier wie in den anderen Bildern sehr tief gelegt werden.

Treueschwur
Das letzte Bild, das sich gerade gegenüber dem Eingang des Saales befindet, ist besonders eindrucksvoll; es bildet den Abschluß des ganzen Werkes. In der Mitte das Hoheitszeichen, von kräftiger Jugend gehalten. Um dieses scharen sich Kärntner Männer und Frauen im heimischen Gewande, die Arme zum Treuschwur erhoben. Den Vordergrund beleben Kinderfiguren als Träger von Symbolen der Arbeitsfront, der Wehrmacht und des Gesetzes, Figuren denen man die Liebe des Meisters zu diesen Kleinen zwingend ansieht. Die Gemessenheit der Figuren sowie die Volltönigkeit der Farben in den neuen Malereien Lobissers zeigen die Fortschritte auf, die der Meister in der Malerei auf dem frischen Mörtel seit 1928 gemacht hat. Er hat ohne Lehrer angefangen und ist selbst zum vollendeten Meister in dieser ebenso alten wie edlen Kunstweise geworden.
Diese Fresken wirken in ihren einzelnen Gruppen wie in einen Raum gestellt.

Das Fresko im Landhaus von Kärntens Heimkehr ins Reich wird jeden Kärntner mit Stolz erfüllen, denn es ist die herrliche Schöpfung unseres großen Malers Lobisser.


3. Die Anmerkungen

Anmerkung1: Ein Kärntner Maler wurzelt im Volke, zeitgenöss. Zeitungsartikel

Anmerkung 2: Vorwort von Gauleiter Rainer, aus:"Das Lobisser Buch”, Verlag Ferd. v. Kleinmayr, Klagenfurt 1941

Anmerkung 3: Ein Kärntner Maler wurzelt im Volke, zeitgenöss. Zeitungsartikel

Weitere Quellen:
Brunhilde-Roxanne Rohsmann: Eine fast südliche Heiterkeit, Die 1938 zerstörten Landhausfresken in Klagenfurt, in: Kunst und Diktatur, Austellungskatalog, Band 1, S. 442–451, Wien 1994

Arnulf Rohsmann, Duldsam und geduldet, Die Kärntner Moderne und die Diktaturen, in: Kunst und Diktatur, Ausstellungskatalog, Band 1, S. 452–463, Wien 1994

Wilhelm Wadl, Alfred Ogris, Das Jahr 1938 in Kärnten und seine Vorgeschichte, Hrsg. Kärntner Landesarchiv, S. 316, Klagenfurt 1988

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