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Die Fresken von Anton Kolig im Kärntner Landtag |
| Anton Kolig hatte mit seinen Studenten der Stuttgarter Akademie 1929/30 im Kärntner Landhaus in Klagenfurt einen Sitzungsaal mit Fresken ausgemalt. Bereits 1931 stellten der Heimatblock und die Nationalsozialisten im Landtag einen Antrag auf deren Entfernung, der damals durch die Sozialdemokraten abgelehnt worden war. 1938 wurden die Fresken durch die an die Macht gekommenen Nazis abgeschlagen. 1998, 60 Jahre danach, beauftragte der Landtag die Landesregierung im Zuge des Umbaus des Landhauses für die im Herbst 1998 hier stattfindende EU-Länderkonferenz mit der Vorlage eines Entwurfes für die Neugestaltung des sogenannten Kolig-Saales. Der zuständige Kulturreferent LHSTv. Dr. Michael Ausserwinkler ersuchte daraufhin den auf Grund des Kunstförderungsgesetzes dafür zuständigen Fachbeirat um eine Empfehlung. Dieser entschied sich einstimmig für den Enkel von Anton Kolig Cornelius Kolig. Cornelius Kolig legte ein Projekt vor, das - ähnlich wie das seines Großvaters - eine Gesamtgestaltung des Raumes vorsah. In einer dialogartigen, rhythmischen Abfolge sollten streng dokumentarische Schwarzweiß - Reproduktionen im Maßstab 1:1 der wichtigsten Freskenabschnitte Anton Koligs auf polierten Aluplatten (kommentiert durch akustisch und objektmäßige Interventionen Cornelius Koligs) und mutimediale, körperbezogene Arbeiten Cornelius Koligs einander abwechseln. Nach Veröffentlichung der Entwürfe und nach der Information des Landtagspräsidenten und der Klubobmänner der 3 im Landtag vertretenen Parteien kam es zu heftigen Kontroversen zwischen Gegnern (FPÖ u. ÖVP) und Befürwortern des Projektes (SPÖ u. Fachbeirat für bildende Kunst und Architektur). Aus dem Kulturkampf entwickelte sich rasch ein Medienkrieg. Eine beispiellose, massive Kampagne von FP und Kronenzeitung unter persönlicher Beteiligung von Hans Dichand wurde gestartet und Kolig auf unglaubliche Weise diffamiert. Die angewandten Methoden und die verwendete Terminologie übertrafen die der 30er Jahre, die damals letztlich zur Vernichtung der Fresken führten. Für das Projekt von Cornelius Kolig hatte die Hetze gegen seine Person zur Folge, daß sich im (politischen) Kulturausschuß des Landes Kärnten keine Mehrheit für den Entwurf fand und daß man sich in einer 3 Parteien-Einigung für eine Ausschreibung entschied (der Auftrag für die architektonische Umgestaltung des Landhauses mit der 16fachen Auftragssumme war von FP-Hochbaureferent Grasser ohne Ausschreibung vergeben worden). |
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Das Projekt von Cornelius Kolig |
Kommentar von C.Kolig:"Wieder einmal eine Kulturschande für dieses Land, statt eine Chance zu nützen. Sie ist vertan durch eine dümmliche, perfide und gleichzeitig rücksichtlose Inszenierung, völlig freiwillig und ohne einen Zwang, pünklich zum 60-Jahr-Jubiläum der Abschlagung der Fresken Anton Koligs, zum zweiten Mal gibt es einen Tatort Landhaus, ein politischer, ein medialer, ein kultureller Skandal, mit dem einen Unterschied, daß er 1938 anonym war, 1998 kennt man die Namen..." |